Beiträge von Eggshen

    ...die von Dir dargestellten Zulassungszahlen-Reduzierung von 2023 (Markteinführung) bis zum Ende 2024 hat doch überhaupt nichts mit dem Fahrzeug oder dessen Qualität oder auch dem Verhalten von Stellantis zu tun!


    Verantwortlich ist doch einzig und allein der Wegfall der staatlichen E-Auto-Kaufprämie!


    Da widerspreche ich Dir gar nicht – der Einbruch 2024 hängt natürlich maßgeblich mit dem Wegfall der Kaufprämie zusammen.


    Mein Punkt ist ein anderer:


    Wenn ein Hersteller erkennt, dass ein Modell (oder eine Antriebsvariante) gegen den Trend für 2025 nur noch geringe Stückzahlen macht, muss er sich entscheiden, wie er damit umgeht.


    Entweder:

    – man supportet das Produkt trotzdem professionell, weil man die bestehenden Kunden halten will

    oder

    – man behandelt es faktisch als Randprodukt.


    Mein Eindruck aus der Praxis ist leider Letzteres – und das ist umso schwerer nachvollziehbar, weil die technische Basis (eCMP) konzernweit im Einsatz ist und keinen 'Exoten' darstellt.

    Ich mache als Teil meines Jobs auch die Reklamationsbearbeitung (schwerpunktmäßig ein Fertigungsbetrieb, reines B2B). Da merke ich immer wieder, wie wichtig ein guter Umgang damit ist (inkl. aktiver Kommunikation).

    Jeder, vom Kleinstbetrieb bis zum Großkonzern, hat Verständnis, dass Fehler passieren. Aber dann muss man dazu stehen und sich drum kümmern, statt den Kunden mit den Problemen alleinzulassen.

    Eine zügige, professionelle und effektive Fehlerbearbeitung kann die beste Werbung sein. Oder man macht's wie Stellantis und verliert die Kunden 🤷

    ACK. Auch ich (als Selbstständiger) könnte mir so einen Umgang mit Kunden nicht erlauben.


    Andererseits muß man das vielleicht im betriebswirtschaftlichen Kontext sehen. Im Jahr der Modelleinführung (2023) wurden vom Avenger E in D rund 5000 Fahrzeuge zugelassen. Das war respektabel. In 2024 brachen die Zulassungen auf knapp 800 Fahrzeuge ein, bis November 2025 waren es mickrige 433 Neuzulassungen (Quelle: KBA).

    Damit ist der Avenger Elektro für die Marke Jeep (und in D sowieso) eher ein Nischenprodukt - wobei das den z.T. unterirdischen Service nur unzureichend erklärt, da die eCMP-Plattform im gesamten Stellantis-Konzern eingesetzt wird.


    Die Zukunft der rein elektrischen Plattform des Avenger ist aus meiner Sicht jedenfalls sehr fraglich. Und dementsprechend stiefmütterlich ist der Service für dieses Produkt bereits jetzt.

    IMHO wird es spätestens 2026 für den Avenger E ganz schwer, wenn VW, bzw. Skoda mit der MEB Entry/MEB+ Plattform in dieser Fahrzeugklasse auf den Markt kommen.


    Trotzdem hätte ich überlegt, den Wagen ggf. zu behalten. Denn für mich ist der technisch 'good enough'. Aber nach meinen Erfahrungen bin ich nur noch froh, Mitte 2027 aus dem Leasing raus zu sein.

    Ich möchte das bewusst kurz halten und nicht erneut meine gesamte Historie ausbreiten.


    Der Jeep Avenger Elektro ist für meinen Bedarf nach wie vor ein gutes Auto. Konzept, Größe und Fahrgefühl passen. Mit etwas Entgegenkommen seitens des Herstellers hätte ich mir durchaus vorstellen können, der Marke auch künftig treu zu bleiben.


    Genau dieses Entgegenkommen war jedoch zu keinem Zeitpunkt erkennbar – weder im Kundenservice noch im Fallmanagement oder in der Abstimmung zwischen Hersteller, Werkstatt und Händler. Selbst ein sachlicher, konstruktiv gemeinter Brief an die Geschäftsleitung (da alle anderen Kontaktversuche regelmäßig versandeten) blieb unbeantwortet.


    Für mich ist damit klar:

    Nicht einzelne technische Probleme sind entscheidend, sondern der Umgang damit. Und der hat mein Vertrauen nachhaltig zerstört.


    Nochmals - Glückwunsch an alle, bei denen alles problemlos läuft und/oder die einen Händler haben, der zu der Marke steht.


    Wie gesagt, das ist meine persönliche Erfahrung – und auf dieser Basis würde ich mich heute anders entscheiden.

    Meiner war im September zur 2. Durchsicht und das Ersatzteil für C50 war sogar auf Lager.

    Nächsten Monat ist die Garantie um. Ich habe eine Verlängerung angefragt aber keine Antwort.

    Wie gesagt - da solltest Du dranbleiben und ggf. bei Deinem Händler nachfragen. Denn ohne Garantie kann es bei diesem Fahrzeug im Schadensfall schnell schmerzhaft teuer werden.


    Grüße

    ...Frage mich nur nach dem Sinn: verscheuchte Kunden kommen nicht wieder.

    Das stimmt – und man darf nicht vergessen: unzufriedene Kunden sind wesentlich umtriebiger als zufriedene (den Schuh ziehe ich mir auch an...).

    Während ein Zufriedener vielleicht drei Bekannten von seiner guten Erfahrung erzählt, multipliziert ein Unzufriedener die Botschaft gleich um den Faktor 10 (oder mehr) – und heutzutage in Foren und sozialen Medien mit ganz anderer Reichweite als früher.

    Andererseits habe ich bei Stellantis den Eindruck, daß die mittlerweile kapituliert haben. Sprich: denen ist schlechte Publicity schlichtweg egal.


    Und btw, wenn ich etwas dafür könnte, hätte ich jetzt ein richtig schlechtes Gewissen. Denn beide Male wurde der Wagen ziemlich 'öffentlichkeitswirksam' verbracht. Ich konnte es einigen Umstehenden echt ansehen - 'Ha-ha - ein E-Auto! Ich sag's ja immer wieder - technisch noch nicht ausgereift.'

    Traurigerweise könnte ich diesem (Vor-)Urteil in meinem Fall nicht mal widersprechen...

    Mein persönliches Fazit, nachdem ich den Wagen gestern abgeholt habe:


    Unterm Strich hat mich der Spaß bisher knapp 2.500 € gekostet und ich durfte fast zwei Monate auf das Auto verzichten. Noch nerviger als die Pannen selbst war allerdings die Kommunikation zwischen allen Beteiligten: Jeder zeigt mit dem Finger auf den anderen, keiner fühlt sich zuständig – der Kunde bleibt auf der Strecke.


    Glückwunsch an alle, die ihren Avenger bislang völlig unbeschwert fahren – ehrlich. Ich wünsche euch, dass das so bleibt. Aber meine Erfahrung zeigt: die Probleme können aus völlig heiterem Himmel auftreten - wobei wir hier nicht von Ärgernissen, wie Quietschen, Knarzen oder widerspenstigen Heckklappen und dergleich reden, sondern von massiven Ausfällen, die schlimmstenfalls im öffentlichen Straßenverkehr auftreten.

    Und wenn es einen erwischt, sitzt man ganz schnell im organisatorischen Bermuda-Dreieck aus Hersteller, Händler und Werkstatt.


    Und nochmal der eindringliche Hinweis: Wer das Thema Garantieverlängerung noch vor sich hat, sollte das sehr ernst nehmen. Spätestens nach Ablauf der Werksgarantie wird es sonst schnell richtig teuer – und ziemlich einsam.


    Mein Anwalt hat das ziemlich ernüchternd auf den Punkt gebracht: nach Ablauf der Garantie steht man allein - egal, wie wenig Kilometer die Karre auf der Uhr hat und wie offensichtlich ein Schaden (nach subjektivem Empfinden) auch ist. Deren Motto ist ganz offensichtlich: auflaufen und abtropfen lassen. Bei Geld bleibt jeder Funken Anstand oder gar Verantwortung gegenüber dem Kunden (lach...) auf der Strecke.


    Wie gesagt - das sind nur meine persönlichen Erfahrungen.

    Tino - alle


    Laut Info eines Vertragshändlers hier (Hannover) ist eine AG nur innerhalb der Garantiezeit möglich.

    Und btw - ich würde hier bestimmt nicht für Anschlußgarantien 'werben', wenn der Kostenaspekt nicht so ernst wäre.

    Beispiel: für die Folgen, bzw. Behebung (? - man wird es sehen...) meiner zweiten Havarie wurden z.B. offiziell 7,5 Stunden angesetzt (mal wieder Neuprogrammierung von irgendwas im Bereich des Spannungswandlers, Telefonate mit Jeep, Probefahrten, Analyse, vermutlich auch Kaffee- und Pinkelpausen...). Die wurden dann gnädigerweise auf 2 Stunden runtergekürzt.

    Aber bei 175,- + Steuer pro Stunde geht sowas schnell in's Geld.

    Panzita


    Ansage des Managements, die Kunden einfach mürbe zu machen? Miserables 'Fall-Management'? Kapitulation? Wer weiß.

    Wie gesagt - ich habe den Eindruck, daß Stellantis zumindest den elektrischen Avenger bereits abgeschrieben hat.

    Das ist schade, denn so eine stiefmütterlich Behandlung hat dieses konzeptionell gute Auto m.E. nicht verdient. Insofern hätte man sich den Problemen im Sinne der Kunden stellen müssen. Aber das findet eben nicht statt - womit wir wieder bei Deiner Frage wären.

    Kannst du mir schreiben, wie du die Garantie verlängert hast. Hatte das über Wartungspakete versucht, mir wurden im Internet keine Angeboten. Servicedesk hat mir gar nicht helfen können oder wollen.

    Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich habe diese (z.T. in's Nichts führenden) Links auf owners.mopar.eu (bei mir gleiche Zudangsdaten wie auf myuconnect.jeep.com) nicht weiter verfolgt, da die Dame bei der (ersten) Schadens-Erfassung über die Jeep-Hotline fast schon roboterhaft wiederholte, daß meine Garantie und der Mobilitäts-Service abgelaufen seien. Da war mir schon klar, daß die mich nur abwimmeln wollten.

    Auf Jeep.de (Jeep FlexCare) kommt nach Eingabe meiner FIN und des Kilometerstandes:


    Kein Garantie- & Servicevertrag verfügbar


    Anfrage konnte aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht bearbeitet werden


    Ah ja, 'technische Schwierigkeiten' - das scheint bei denen eine Art roter Faden zu sein...


    Ich denke mal, daß das (wenn überhaupt) über den/einen Jeep-Händler läuft. Wenn die das nicht anbieten, werde ich mal meinen Versicherungsmenschen antriggern. Denn voraussichtlich habe ich die Karre noch knapp 2 Jahre an der Backe. Und nach diesem Theater und den schon bisher entstandenen Kosten ist das reiner Lebenserhaltungstrieb.


    Mal OT als fun fact am Rande unter 'Ihre Eingriffe' auf der Seite owners.mopar.eu: 'Zeit für einen Ölwechsel'

    Vielleicht wurde der ja bei der ersten Wartung vergessen...? ;)

    Flohmane

    Willkommen im Club. :(


    Ich kann allen hier nur dringend empfehlen, das Ende der Garantiezeit im Auge zu behalten – und diese wohl oder übel zu verlängern. Denn die Garantie bei Jeep endet bereits nach 2 Jahren – für mich ein deutliches Indiz dafür, dass der Hersteller selbst nicht allzu überzeugt vom eigenen Produkt ist.


    Andernfalls kann dieses Auto schnell zum Groschengrab werden.


    Ein Beispiel?

    Nach meiner ersten Havarie („Fehler im Elektroantrieb“) wurde bei AH Hentschel in Hannover – wohlgemerkt auf Anweisung des Herstellers – ein Software-Update nebst Neu-Programmierung sämtlicher Steuergeräte durchgeführt. Da man dort offenbar auch das Zuschauen beim Fortschrittsbalken abrechnet, wurden mir allein dafür 3,5 Stunden à 175 € plus MwSt. in Rechnung gestellt.

    Die Crux ist dabei, daß man um diese vom Hersteller vorgegebenen (und IMHO völlig überteuerten) Vertragswerkstätten aktuell nicht herumkommt.


    Ergebnis?

    Drei Tage später blieb ich mit dem Wagen erneut liegen.

    Diesmal: Getriebesperre. Totalausfall. Wieder Abschleppung.


    Fazit:

    Zweimal abgeschleppt, einmal zur Kasse gebeten. Alles in allem: ein Lehrstück in moderner Kundenbindung.